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Uetersener/ Lübecker Nachrichten

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Uetersener Nachrichten vom

19.11.2010 21:21

Wedel kämpft um seine FH

Sparbeschlüsse Hochschule soll 2011 600000 Euro weniger Zuschuss bekommen.

Von Sebastian Kimstädt

Wedel. Als Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) im November vergangenen Jahres die Fachhochschule in Wedel besuchte, würdigte der Christdemokrat die Bedeutung der privaten Lehreinrichtung für die Wirtschaft des Landes.
Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Besuch bringen die jüngsten Sparpläne der Landesregierung die Fachhochschule in der Rolandstadt in Not. Die schwarz-gelbe Koalition in Kiel will dem Institut im kommenden Jahr die Zuschüsse um 600000 Euro und im Jahr darauf noch einmal um 200000 Euro kürzen.
In Wedel ist man alarmiert. Der Leiter der FH, Professor Dr. Eike Harms, befürchtet die Insolvenz. Einziger Ausweg ist die Anhebung der Studiengebühren. Von einer Anhebung um 300 bis 600 Euro ist die Rede. Derzeit zahlen die 1000 angehenden Akademiker zwischen 840 und 1200 Euro pro Semester. Bei einer durchschnittlichen Studiendauer von acht Semestern häufen sich deswegen schnell Kosten von bis zu 8400 Euro an.
Dementsprechend wehren sich nicht nur die Hochschulleitung gegen die Kürzungen, sondern auch die Studenten. Am Dienstag gab es eine erste Vollversammlung, bei der die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier den Kurs der Regierung verteidigte.
Mittlerweile gibt es aber sogar aus den Reihen der Christdemokraten Widerstand gegen die Kürzungen. Der RCDS Schleswig-Holstein, die christdemokratische Studentenorganisation, ruft in einer Pressemitteilung die Landesregierung dazu auf, den Bildungsbereich generell und die Fachhochschule Wedel im Besonderen von den Sparplänen auszunehmen. „Hier wird der Rotstift an der falschen Stelle angesetzt“, sagt RCDS-Landeschef Thorsten Albrecht. „Die 600000 Euro entlasten den Landeshaushalt nur unwesentlich, befördern aber ein Abwandern der Studierenden in andere Bundesländer.“
Ähnlich argumentiert der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete und Bildungspolitiker Ernst Dieter Rossmann. „Wir befinden uns bundesweit in einer Situation, in der im großen Umfang neue Studienanfängerplätze geschaffen werden müssen“, erklärte Rossmann nach einem Gespräch mit der Hochschulleitung und fügte hinzu: „Da wäre es vollkommen widersinnig, die Kapazitäten der FH zu beschneiden.“
Rossmann betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Wedeler Fachhochschule für eine hochwertige und praxisnahe Ausbildung im Land.